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Bericht vom Auswärtsspiel der DamenI in Gröbenzell
Verfasst von Christine am 30. Januar 2012 - 12:21
Handballfrauen im letzten Hemd
Beim 17:28 in Gröbenzell fehlen auch noch Mergner und Gründl
Hätte die 17:28 (10:12)-Niederlage der TSH-Bayernligahandballerinnen in Gröbenzell nicht verschärfte Auswirkungen auf ihre Tabellensituation gehabt, das Ergebnis könnte fast zu einem Randereignis werden. Was dem Hermannstädter-Team nämlich in dieser Saison so alles an Verletzungspech heimsucht, ist längst mehr als man verkraften kann.
In Gröbenzell waren es mit Frank, Köbberling, Kräck, Wölfel und seit Freitag nun auch noch die überragende Kreisläuferin Lena Mergner (Bandscheibenschaden) gleich fünf der Stammspielerinnen, die ihre Mannschaft nur noch von der Tribüne unterstützen konnten. Und um das Maß voll zu machen, musste auch noch die eben wegen dieser Verletzungsseuche reaktivierte Angrit Gründl wegen Prüfungsstress zumindest bis Mitte Februar absagen. Zwar versuchte Christina Wölfel (doppelter Bänderriss im Knöchel) ein Comeback, musste aber schon nach drei Minuten feststellen, dass der Einsatz einfach zu früh erfolgte.
Trainer Udo Hermannstädter hatte sein Team mit zwei Spielerinnen aus der „Zweiten“ ergänzt, von denen Celine Schreck mit einem couragiertem Auftritt zu gefallen wusste. Ansonsten aber war das Team vor allem um Schadensbegrenzung bemüht. Dies gelang den Gästen dann auch in der ersten Halbzeit, wo man zumindest vom Ergebnis her dran bleiben konnte, obwohl schon hier unübersehbar war, dass ein geordnetes Angriffsspiel nicht stattfand. Wie denn auch bei dieser völlig veränderten Formation.
In der „Schießbude“
Die Gastgeberinnen zeigten sich ihrerseits anfangs durchaus respektvoll, waren sie doch im Vorspiel an der Aurach kräftig unter die Räder gekommen. Als man aber die Hilflosigkeit im Spielaufbau bei der TSH ebenso wie deren bald aufgekommene, demoralisierte Körpersprache erkannte, gab es kein Halten mehr, wurden die Fischer-Schützlinge immer offensiver, sprangen immer öfter in die zunehmend kläglichen Abspiele der TSH und kamen auf insgesamt 17 Gegenstoßtore. Die sich vorbildlich dagegen stemmenden Torfrauen Bianca Urban und nach dem Wechsel Martina Ebersberger kamen sich meist vor wie in einer Schießbude, weil ihre Mitspielerinnen die Rückwärtsbewegung fast völlig einstellten.
Selten sah man Coach Hermannstädter derart enttäuscht und ratlos wie nach dieser Begegnung. Er und seine Mannschaft kannten in den letzten Jahren nur eine Richtung: die nach oben. Man hätte wohl auch heuer eine sorgenfreie Saison spielen und das Team weiter nach vorne bringen können. Die fatale Verletzungsserie wird jedoch die jahrelange „Leichtigkeit“ auf und neben dem Spielfeld beenden, fortan geht es ums Eingemachte.
Die Verbliebenen müssen nun besonders eng zusammen rücken, da eine baldige Rückkehr der Verletzten nicht realistisch ist. Kann man die fünf Heimspiele gegen machbare Gegner gewinnen und auswärts nochmals punkten, ist der Klassenerhalt erreicht, aber nur dann. Es werden auf jeden Fall schwere Wochen.
TSH: Urban, Ebersberger; Berner 5/2, Krämer 1, Leschke 2, Orend 1, Schreck 4, Bestle 1, Prochaska 3, List, Wölfel
.Bericht aus "Nordbayerische Nachrichten" vom 30.1.12 von Volker Schneller

