Vorbericht zum Spiel der Damen I in Dachau

Konzentriert sein bis zuletzt – das fordert TSH-Trainer Hans-Jürgen Kästl von seinem Team

Schwerstarbeit bis zum Schluss
Gelingt den Damen endlich der noch nötige Punkt?

Nur noch ein "Pünktchen" aus den letzten zwei Pflichtspielen der Saison 2016/17 gewinnen, dann könnten die Handballerinnen der TSH den Meistertitel in der Bayernliga feiern. Nachdem man schon seit Monaten ganz oben dabei ist, wäre dieser finale Punkt in der Summe der bislang größte Erfolg einer Herzogenauracher Handballmannschaft.

Denn im Aufstiegsfall wären die TSH-Frauen das weibliche Aushängeschild in Nordbayern (HaSpo Bayreuth und HG Zirndorf stehen als Absteiger aus der 3. Bundesliga fest). Ob das blutjunge TSH-Team allerdings am Sonntag ausgerechnet beim heimstarken ASV Dachau den Sack zumachen kann, erscheint fraglich.

Zwei Mal standen sich in der laufenden Spielzeit die beiden Mannschaften bereits gegenüber. Dabei hatte das Kästl-Team jeweils Heimrecht. Zunächst gab es am 8. Januar in einer hochklassigen und spannenden Punktspiel-Begegnung einen 34:29-Erfolg über spielstarke Gäste. Frischer in Erinnerung ist das Endspiel um den Bayernpokal am 5. März vor rund 500 begeisterten Zuschauern im Gymnasium. Obwohl personell dezimiert – der ASV musste zwei Begegnungen innerhalb von drei Stunden mit nur zwei Wechselspielerinnen bestreiten – erwies sich Dachau auch hier als bemerkenswert kompakter und starker Gegner und blieb erneut bis weit in die zweite Halbzeit auf Augenhöhe.

Dann parierte TSH-Torfrau Martina Ebersberger innerhalb von zwei Minuten gleich vier glasklare Chancen des Gegners bravourös und leitete jeweils umgehend erfolgreiche Gegenstöße ein – der Weg zum Cup war nun frei. Bis dahin mussten aber Bestle und Co. Schwerstarbeit vor allem gegen die wohl durchsetzungsstärkste Kreisläuferin der Liga, Franziska Spatz sowie die Schwestern Simone und Stefanie Unger auf den beiden Flügeln verrichten. Und auch am Sonntag dürfte die Begegnung nur mit einer kompakten Abwehr über 60 Minuten hinweg zu gewinnen sein.

"Es gibt zwischen beiden Teams eine spürbare gegenseitige Wertschätzung, aber die Dachauerinnen spielen natürlich vor eigenem Publikum und dies gegen den Tabellenführer, dass macht die Aufgabe nicht einfacher", so der unverändert sachliche TSH-Trainer Hans-Jürgen Kästl. Dass nun gerade in der alles entscheidenden Endphase auch sein einst großer Kader ausgedünnt ist, macht ihm dabei etwas Sorgen. Die zuletzt wieder vielseitig wertvolle Vicky Egle fällt erkrankt aus, Sarah Stephan war in den letzten 14 Tagen ebenfalls erkrankt und dürfte, wenn überhaupt, nur begrenzt zur Verfügung stehen.

Dies wiederum schwächt die ganze linke Angriffsseite des Tabellenführers natürlich, womit nun Janka Kräck und Alina Erdmann etwas intensiver gefordert sind, was ihr Coach ihnen aber durchaus zutraut. Dafür ist die vier Wochen verletzt ausgefallene Linkshänderin Carole Mittelheisser überraschend wieder an Bord, die Französin möchte ihrer Mannschaft gerade im Schlussspurt der Saison bestmöglich helfen.

Kästl: "Wir stehen berechtigt ganz oben, haben uns dies erarbeitet und erspielt, doch die oft deutlichen Siege in dieser Saison täuschen über die wahren Kräfteverhältnisse etwas hinweg, die Spiele wurden fast immer in den letzten 15 Minuten entschieden. Rund zehn Monate einschließlich der kompletten Pokalrunde voller Einsatz mit nur acht Tagen Weihnachtspause gehen auch uns an die Substanz. Natürlich wollen wir in Dachau punkten und es möglichst vermeiden am letzten Spieltag unter noch größerem Druck aufzulaufen. Dafür müssen wir aber alle zu 100 Prozent unsere Bestform erreichen, denn der ASV bringt eine hohe Qualität aufs Bankett."

Bericht aus "Nordbayerische Nachrichten" von V.Schneller