Stimmen aus dem Städtchen

Ein Glücksgriff für die TSH: Trainer Hans-Jürgen Kästl - © Foto: Anestis Aslanidis

"Herzogenaurach ist stolz auf dieses Team"
Glück, Dankbarkeit, aber auch mahnende Worte: Reaktionen zum Aufstieg der TS-Handballerinnen -

Der Aufstieg der Turnerschaft-Frauen in die 3. Liga ist ein kleines Herzogenauracher Handballmärchen. Wer ist dafür verantwortlich? Und wie geht es weiter? Die NN haben Reaktionen gesammelt.

Bernd Probst, Vater von Rechtsaußenspielerin Saskia, ist ein Anhänger des Teams und der Abteilung, in die er sich vielfältig einbringt. Zudem war er es, der den Kontakt von Coach Hans-Jürgen Kästl zur TSH knüpfte. Sein Kommentar zum Aufstieg: "Als unsere Familie 2014 erstmals mit der TSH Kontakt bekam, hatte es uns gleich imponiert wie unkompliziert und freundschaftlich wir von der Mannschaft und von Trainer Hermannstädter und Odemer empfangen wurden. Heute wissen wir, dass es richtig war, uns für die TS festzulegen und der faire Umgang miteinander in der Abteilung veranlasst mich immer, dort anzupacken, wo ich helfen kann. Gerade Christine Odemer gilt es zu entlasten, zumal ja auch für die Verantwortlichen in der 3. Liga enorme Mehraufgaben anstehen."

Wolfgang Hentschke, bis 2008 viele Jahre Motor und Verantwortlicher des Herzogenauracher Handballs in Personalunion, hatte 2007 Udo Hermannstädter zur TSH geholt und zeigt sich beeindruckt von der nachfolgenden Entwicklung: "Ganz offensichtlich war die Verpflichtung von Kästl so etwas wie ein Sechser im Lotto, dem es gelang das Optimale aus den Akteuren heraus zu holen. Bleibt zu hoffen, dass dieses Top-Ereignis dem Handball in Herzogenaurach einen weiteren Schub verleiht, wenngleich die neue Spielklasse eine völlig andere und größere Herausforderung ist. Zudem steht man nun gleich vor einem doppelten Umbruch, denn es ist ja nicht nur ein organisatorisch- wirtschaftlicher Quantensprung für die Verantwortlichen, sondern ein neues Trainerteam muss den Anforderungen angepasst noch deutlich mehr aus den Spielerinnen heraus holen und weitere Neuzugänge in kurzer Zeit einbauen. Da ist es gut mit Watzinger einen Trainer zu haben, der auch mit solchen Hürden aus seiner Verantwortlichkeit beim HC Erlangen enorme Erfahrung mitbringt."

Der erste Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, German Hacker, meint: "Es freut mich persönlich natürlich auch für die Stadt, dass unsere Handballdamen einen so fulminanten Erfolg feiern können.Ich gratuliere dem Team, ihrem Trainer, der Abteilungsleitung und allen die daran mitgewirkt haben. Herzogenaurach ist stolz auf dieses Team. Allen Beteiligten wünsche ich am Samstag einen tollen Saisonabschluss und nachfolgend eine gute Vorbereitungszeit sowie viele bewährte und neue Sponsoren um die sicherlich anspruchsvolleren Rahmenbedingungen zu ermöglichen."

Der scheidende Coach Hans-Jürgen Kästl, zweifellos ebenso wie einst Hermannstädter ein echter Glücksgriff für die TSH: "Wir fanden eine ideale Kombination aus intensivem Training, Talenten und Teamgeist, was für diese außergewöhnlichen Leistungen entscheidend war. Bedenkt man die personelle Situation am Ende der letzten Spielzeit, ist der heutige Erfolg ein kleines sportliches Wunder. Ich denke gerne an die zwei Jahre in Herzo zurück, sie haben mich gefordert, aber auch weiterentwickelt. Wenn die Mädels sich im athletischen Bereich noch steigern, traue ich ihnen den Klassenerhalt in der 3. Liga durchaus zu."

Abteilungsleiterin Christine Odemer zeigte für sie eher untypische Glücksgefühle: "Ich freue mich unheimlich und hatte es nie erwartet, dass mal eine Herzogenauracher Mannschaft unter den Umständen wie wir hier Handball spielen einen solchen Doppelerfolg schafft. Ohne große Sponsoren, fast alles nur basierend auf super motivierten Spielerinnen mit ihrem fähigen Trainer Hans- Jürgen Kästl und dem ambitionierten Udo Hermannstädter, dazu das engagierte Umfeld gerade bei der Kirchweih oder dem Altstadtfest, wo wir unsere finanzielle Basis erarbeiten, all das kann ich nicht deutlich genug hervor heben."

Udo Hermannstädter, mit dem (fast) alles begann und der sich aktuell in einer Multifunktionsrolle einbringt: "Als der Kader im Spätsommer feststand, war ich überzeugt dass es mit dem Titel klappt. Die Saison war für mich eine tolle Erfahrung, obwohl ich alle schon kannte, nur eben nicht in dieser Zusammensetzung. Es gab in den Monaten viele Höhen und wenige Tiefen wie zum Beispiel jene Phase, in der Vicky (Egle) noch nicht fit wurde, denn wir wussten dass sie enorm wichtig für das Gelingen war. Oder Lena, die verletzungsbedingt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Umso schöner dass beide in der Rückrunde so stark zurück kamen. Natürlich müssen nun Punkte für eine weit schwerere Aufgabe geklärt werden, aber erst nach dem Samstag, wo wir völlig verdient feiern werden."

VOLKER SCHNELLER