Saisonabschluss Herren I

Positive Schlussbilanz und Ausblick der „Ersten“ am Ende einer anstrengenden Saison

Die lange und kräftezehrende BOL-Handballsaison ging zu Ende und die TSH-Handballer befinden sich nun in der wohlverdienten handballfreien Zeit. Durch den gelungenen Abschluss im letzten Spiel konnten die Schuhstädter die Spielzeit auf Platz 3 der Tabelle abschließen. Nun ist es an der Zeit, die Saison noch einmal kurz Revue passieren zu lassen und das Erreichte zu bewerten.

Die Vorzeichen vor dieser Saison standen nicht allzu gut, musste man doch kurz vor Saisonbeginn 4 Abgänge auf Schlüsselpositionen verkraften und auch während der Vorbereitung fielen ein paar Spieler aus diversen Gründen über längere Zeit lang aus. Nichtsdestotrotz wuchs der Rest der Mannschaft während der intensiven und guten Vorbereitungsphase immer mehr zusammen und konnte daher auch selbstbewusst in die Saison starten, obgleich man nicht genau wusste, wo man im Vergleich zu den anderen Teams stand. Mit einem Blitzstart, mit dem wohl keiner gerechnet hatte, startete die Mannschaft äußerst positiv in die Saison. 3 der ersten 4 Partien wurden gewonnen, was auch sicherlich am guten Stimmungsbarometer innerhalb des Teams lag. In den folgenden Partien gelang es der Mannschaft sogar, sich durch überzeugende Leistungen im oberen Drittel der Tabelle festzusetzen. Zudem schaffte es die „Erste“ nach ein paar Jahren wieder das Derby auswärts bei der HSG Erlangen/Niederlindach für sich zu entscheiden. Lediglich gegen beide Regensburger Mannschaften und den späteren Aufsteiger HC Forchheim gab es teils empfindliche Niederlagen. Am Ende der Hinrunde war der Kontakt bis ganz nach vorne durch geschlossene Mannschaftsleistungen hergestellt. Der Aufstieg war nicht das direkte Saisonziel, sodass die Zwischenbilanz vollkommen positiv zu bewerten war. Positiv deshalb auch, weil man mit Thomas Josnik bereits Mitte der Hinrunde einen weiteren Aktivposten aufgrund einer Handverletzung verlor und auch, weil Trainer Kundmüller während der gesamten Hinrunde selbst kaum ins spielerische Geschehen eingriff. "Es war auch gar nicht nötig selbst einzugreifen, weil die Mannschaft sich gefunden hatte und sich zu diesem Zeitpunkt wie in einen Rausch gespielt hatte. Junge Spieler wie Jan Sieber und auch Felix Welker, aber auch unsere erfahrenen Spieler wie Jonas Hirning, Bernhard Auer und vor allem Jürgen Wonner, dem man förmlich ansehen konnte wie viel Spaß es ihm in seiner neuen / alten Position macht, trugen ihren Teil zu einer positiven Hinrunde bei", so Kundmüller rückblickend.

Allen war jedoch klar, dass diese Hinrunde, die gleichzeitig den Grundstein dafür legte, nie während der gesamten Saison in den Abstiegsstrudel zu geraten, sehr kräftezehrend war und es schwer werden würde, die gezeigten Leistungen noch einmal die gesamte Rückrunde hinweg abzurufen. Die Runde war geprägt von Licht und Schatten. Zu Hause fegte man den späteren Aufsteiger Forchheim (24:20) förmlich aus der Halle, ebenso gelang ein souveräner Sieg am Ende der Saison gegen den Tabellenzweiten aus Schwarzenfeld (26:21). Allerdings gab am zwischendurch auch unnötige Auswärtsniederlagen gegen Sulzbach, Amberg und Naabtal sowie zwei Punkteteilungen gegen Winkelhaid und Niederlindach, die - wenn man auch mit einem weinenden Auge zurückblicken darf - am eben dafür sorgten, dass man am Ende der Saison nicht am Platz an der Sonne stand. Die Gründe hierfür lagen auf der Hand. Zum einen machte sich der deutlich kleinere und verjüngte Kader bemerkbar aber auch Personalsorgen kamen in dieser Phase der Saison hinzu. "Es war klar, dass diese Phase kommen würde, aber wir hatten gut vorgearbeitet und so konnte ich den jungen Spielern auch mehr Verantwortung in dieser Phase geben. Hier ist vor allem Yannik Wayand zu erwähnen, der mit seinen gerade mal 17 Jahren ab Mitte der Rückrunde immer besser zum Zug kam und sich gut weiterentwickelt hat. Er war neben Jan Sieber einer der Spieler, die von all den Ausfällen enorm profitierten, während sie vorbildlich von Kapitän Hirning, Janson und Wonner unterstützt wurden. Auch die beiden Torhüter Mayer und Kammerer hielten uns immer wieder im Spiel und gaben uns die nötige Sicherheit.", so Kundmüller, der selbst gegen Ende der Saison doch nochmal eingreifen musste.

Generell war vor allem die Auswärtsschwäche über die gesamte Saison hinweg das größere Problem, wurden doch beinahe alle Verlustpunkte dort eingesammelt, während die Gymnasiumhalle als wahre Heimfestung bezeichnet werden konnte. "Um ganz oben angreifen zu können, braucht man konstante Leistungen über die gesamte Saison weg, nicht nur zu Hause. Ich mache der Mannschaft aber überhaupt keinen Vorwurf. Man muss jedoch ganz klar konstatieren, dass unsere Leistungen in Summe für einen Aufstieg nicht ausreichend waren", so Kundmüller weiter. Für einen guten Saisonabschluss mobilisierten die Mannen der TSH am Ende der Saison aber noch einmal alle Kräfte und verbesserten sich im letzten Spiel durch einen überzeugenden Erfolg gegen Nabburg/Schwarzenfeld von Platz 5 auf Rang 3 der Tabelle. Ein Blick hierbei auf den Altersdurchschnitt bereitet Trainer Kundmüller dann doch ein Grinsen im Gesicht: "Lässt man Jonas, aber vor allem mich bei der Rechnung raus, standen da gerade einmal 20 Jahre im Durchschnitt auf dem Feld, was mich positiv in die Zukunft blicken lässt!"

Summa summarum ein durchaus positives Saisonfazit, die Top 3 wurden am Ende erreicht und man kam nie in Gefahr, in Richtung der Abstiegsplätze abzurutschen. Neben den 4 Abgängen vor Saison haben nun mit Ende der abgelaufenen Spielzeit auch Spielertrainer Ingo Kundmüller, Thomas Josnik sowie Sepp Kammerer endgültig ihre aktive Laufbahn beendet. Alle bleiben der Mannschaft jedoch auch zukünftig in diversen Funktionen erhalten. Nun gilt es den Umbruch, der letzte Saison bereits eingeläutet wurde, konsequent fortzuführen, um kurz bis mittelfristig wieder angreifen zu können. Hierfür hat Trainer Kundmüller bereits frühzeitig mit der Kaderplanung für die kommenden Jahre begonnen, um den Grundstein dafür zu legen. Dabei hat er frühzeitig gezielt junge Spieler mit Potential, u.a. aus den eigenen Reihen, angesprochen um diese an die erste Mannschaft heranzuführen. Für Markus Theiss, der der Mannschaft die kommende Hinrunde aufgrund eines Auslandssemesters fehlen wird und damit eine weitere große Lücke im Kader hinterlässt, gelang es Kundmüller einen Spieler mit höherklassiger Erfahrung zu gewinnen, der der Mannschaft mit seiner Erfahrung hoffentlich die nötige Unterstützung geben kann. Als Ersatz auf der Torwartposition wurde der TSH-Trainer in Bayreuth fündig. Der kleine Bruder Kai (18) wird zukünftig die Position neben Ferdinand Mayer einnehmen. Weitere Details folgen dann in den nächsten Wochen. "Die Kaderplanung ist vollständig abgeschlossen! Alle dürfen gespannt sein, denn wir werden nächste Saison eine komplett andere und zudem stark verjüngte Mannschaft auf der Platte sehen! Wir werden versuchen auch diesmal den Grundstein in einer erfolgreichen, aber auch sehr intensiven Vorbereitung zu legen um frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern und den Blick weiter nach vorne richten zu können. Dabei soll den jungen Spielern auch genug Zeit gegeben werden, sich neben den etablierten Kräften weiterzuentwickeln und stetig mehr Verantwortung übernehmen zu können", so Kundmüller abschließend.

Einen herzlichen Dank nochmals allen Zuschauern, die uns die gesamte Saison lautstark unterstützt haben, sowie allen fleißigen Helfern rund um das Spielfeld, hinter der Theke oder wo es auch immer nötig war. Besonders bedanken möchten wir uns auch nochmal ganz herzlich bei Christine Odemer für die Unterstützung über die gesamte Saison hinweg sowie bei unserer Physio Theresa. Nicht zu vergessen natürlich unsere beiden Hauptsponsoren Mäx vom Gasthaus "Zum roten Ochsen" und Sebastiano und Marianna vom Gasthaus "Trattoria Cardelli".

Wir freuen uns, euch alle nächste Saison wieder sehen zu dürfen und genießen nun die handballfreie Zeit!

M. Theiss